Artist Statement

 

Künstler zu sein fängt für mich damit an, ein Alchimist und Forscher zu sein, der sich dem Material über dessen Eigenschaften und Verhalten nähert. Es geht mir darum eine Materialität zu begreifen, dessen Grenzen auszuloten und diese auch zu überschreiten, um die Erkenntnisse anschließend für meine künstlerischen Auseinandersetzungen verwenden zu können.

Auslöser für meine Arbeiten sind prägende Erlebnisse aus meinem Alltag, die mich faszinieren herausfordern oder meinen Widerstand wecken. Mein Arbeitsprozess unterliegt einem festem Konzept, das sich aus der Auseinandersetzung mit dem Erlebten und dem Bezug zum Material bestimmt. Dabei beschäftigt mich besonders das Verhältnis zwischen einer neuen“ Stofflichkeit, der Materialität und dem Verbergen, Entziehen und Camouflieren von Informationen und Inhalten. Dies führe ich oft soweit, dass in meinen Arbeiten diese Informationen und Inhalte nur noch gedanklich oder emotional zugänglich sind.

Im finalen Werk spricht zuerst die Materialität. Es besticht oft durch eine formale Präsenz oder einer scheinbaren Vollkommenheit, die erst bei genauerer Analyse Fehlstellen offenbart. Es bedarf einer Auseinandersetzung mit dem Werk, ein überwinden, durchbrechen, durchdringen dieser Äußerlichkeit, um an das Zugrundeliegende zu kommen. Eine Art von Essenz, etwas Poetisches, etwas Verborgenes oder Verstecktes, mit einem sozialen und philosophischen Bezug zu unserer Gesellschaft.